Sommer 2000 - SUNFLYER

09 - 2002

SUNFLYER - Das Magazin der Edelweiss Air

Sommer 2000 - PDF Version

Flight Delight

Klar. Sie fliegen nicht, um zu essen. Trotzdem ist eine gute Verpflegung an Bord entscheidend für den Komfort Ihres Fluges. «First Catering»-Chef Markus Oberholzer sorgt dafür, dass Sie über den Wolken einen kulinarischen Höhenflug erleben.

Die Endkontrolle nimmt der Chef manchmal persönlich vor. Stichprobenmässig prüft Markus Oberholzer, 43, einige der 5000 Mahlzeiten, die in seinem Catering-Betrieb jeden Tag hergestellt werden: Stimmt die Zusammensetzung? Liegt die Serviette am richtigen Ort? Ist der Salat frisch? Und sieht das Ganze appetitlich aus? «Der erste Eindruck ist entscheidend», sagt Oberholzer. «Der Fluggast erwartet nicht unbedingt ein Luxus-Menü, aber Qualität und Präsentation müssen stimmen.»

Markus Oberholzer ist der «Robin Hood» unter den Schweizer Bord-Verpflegern. Er ist der erste, der es in der Schweiz geschafft hat, neben der etablierten Swissair FoodFabrik «Gate Gourmet» einen eigenen Flug-Cateringbetrieb zu etablieren. «ich habe lange für <Gate Gourmet International> gearbeitet. Dabei fiel mir auf, dass es noch viele Nischen zu bewirtschaften gab», so Oberholzer. «So beschloss ich, eine eigene Catering-Firma zu starten.» Das war leichter gesagt als getan: Um Dienstleistungen im spezialisierten Bereich der Bord-Verpflegung von Flugzeugen anbieten zu können, benötigte Oberholzer nicht nur etliche amtliche Sonderbewilligungen, sondern auch Einfallsreichtum und unternehmerischen Mut. Sein wichtigster Erfolg: Nach viel Papierkrieg wurde ihm ein eigenes Zollfrei Lager bewilligt. «Unser Betrieb steht nicht auf dem teuren Flughafengelände, sondern im Industriequartier in Bassersdorf», so Oberholzer. «Was wir so an Miete sparen, können wir in kreative Ideen für die Gestaltung der Bordmahlzeiten investieren.» Oberholzer und sein Team haben den Ehrgeiz, aus den begrenzten Möglichkeiten eines Flugzeug-Ofens und einem spitz kalkulierten Budget ein Optimum an Gaumenfreude herauszuholen. Oberholzer: «Wir wollen kein <Schischi>, versuchen aber, dem Fluggast etwas Spezielles aufzutischen. Keine Fabrikware, wie es heute in der Flugbranche üblich ist, sondern ein Essen mit einer persönlichen Note.» Dabei gehen sie auch unkonventionelle Wege: <Um herauszufinden, wo man Getränke am besten aufbewahrt, die nicht gekühlt werden müssen, zerlegten wir einen Trolley in seine Einzelteile», erzählt Oberholzer. «So gelang es uns, den Rotwein temperiert, und nicht, wie oft üblich, eiskalt zu servieren.»

Wir wollen kein «Schischi»

Oberholzers innovative Ideen kommen bei den Fluggästen gut an. Das beweisen Passagier-Umfragen. Und seine clevere Geschäftspolitik, die sein Team innert fünf Jahren von drei auf 150 Mitarbeiter anwachsen liess und ihm heute einen Umsatz von 15 Millionen Franken pro Jahr beschert, hat dazu geführt, dass er von der Konkurrenz respektiert wird, ja sogar Aufträge von ihr bekommt. So sind auch andere nationale und internationale Fluggesellschaften auf die Power-Verpfleger aus

Bassersdorf aufmerksam geworden. «Edelweiss Air bleibt aber ein spezieller Kunde», sagt Oberholzer. «Hier hatten wir von Anfang an die Freiheit, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Das bestärkt uns, neue Servierformen wie das Frühstückskörbchen zu testen.» Dabei arbeitet er mit einfachsten Mitteln, die er konsequent und überzeugend einsetzt. Oberholzer: «Wir tischen dem Passagier lieber ein währschaftes, frisch gemachtes Ghackets mit Hörnli auf, statt aufwändige Gourmet Häppchen, die den Hunger nur vergrössern.» Wers trotzdem feiner mag, ist bei Edelweiss ebenfalls gut bedient: In der Business-Class gibts ein exzellentes 3-Gang-Menü - ebenfalls aus der Küche von Markus Oberholzer.