2002 E&Y

12 - 2002

Ernst & Young 2002

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Markus Oberholzer - Weil nur wer wagt, gewinnt

Das meint die Jury:
Markus Oberholzer hat bewiesen, dass es möglich ist, dank profunder Marktkenntnis, dem Gespür für Nischen, dem Mut zum Risiko und konsequenter Verfolgung einer Strategie ein blühendes Unternehmen aufzubauen. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es ihm gelungen, in einem von grossen Playern beherrschten Markt Fuss zu fassen. Mehr noch: Seine unternehmerische Leistung erhält von seinen Konkurrenten so viel Anerkennung, dass sie ihn heute aktiv auf Nischen aufmerksam machen, deren Erschliessung durch ihn und sein Unternehmen für alle Wettbewerber sinnvoll ist.

Wenn sich ein Unternehmer findet, der sich von der Schweiz aus im Airline Catering einen Namen machen will, dann ist er entweder verrückt oder er weiss genau, wo und wie etwas noch besser gemacht werden kann. Markus Oberholzer, der Gründer, Verwaltungs¬ratspräsident und Geschäftsführer der First Catering Produktion AG in Bassersdorf, gehört zu Letzteren. Er hat Mitte der 1990er Jahre eine Karriere im Management zugunsten des unternehmerischen Risikos aufgegeben.

Der Koch, Hotelfachschul-Absolvent, Luxushotel-Direktor und Manager beim Airline-Catering¬Riesen Gate Gourmet erkannte, dass es für einen weiteren Anbieter in der Schweiz durchaus Platz gab, solange er sich in Nischen bewegen konnte. Er wusste: Fluggesellschaften verlangen von ihren Zulieferern Qualität, Kontinuität und Kostenführerschaft. Dies, verbunden mit einer perfekten Logistik, würde ihm den Weg zum Erfolg ebnen.

Oberholzer stürzte sich mit Verve, Energie und ohne Unterstützung der Banken in sein «unternehmerisches Abenteuer». Im ersten Geschäftsjahr verliessen 375 Mahlzeiten pro Tag die Produktionsstätte in Bassersdorf, im zweiten gewann er einen ersten Grosskunderi. Im dritten Jahr erhielt er eine Konzession zum Be- und Entladen von Flugzeugen, im vierten gründete er eine Tochtergesellschaft in Accra, Ghana, und verfügt damit über ein Standbein in Afrika zur Bedienung westlicher Airlines und zur Veredelung von Früchten. Rückschläge wie einen Gebäudebrand oder das Grounding der Swissair wurden weggesteckt. Heute produzieren Markus Oberholzer und seine Crew täglich über 7000 Mahlzeiten. Die Erfolgsgeschichte schreibt sich fort.

Immer wieder lässt sich der Vollblutunternehmer Neues einfallen, das seine Prozesse effizienter macht und sich positiv auf die Kostenstruktur auswirkt. So hat er beispielsweise für das Einpacken des Besteckes mit der Psychiatrischen Klinik in Embrach eine Lösung gesucht. Es erschien ihm aus ökologischer und ökonomischer Sicht unsinnig, jeden Tag Tonnen von Besteck nach Embrach zu transportieren, wenn seine dortigen Mitarbeitenden eigentlich auch zu ihm in den Betrieb kommen könnten. Die Idee wurde realisiert und hat sich für alle Seiten gelohnt. Der Unternehmer spart Kosten und hat die Qualität der Arbeit besser unter Kontrolle, seine Mitarbeitenden aus Embrach sind in einen gewöhnlichen Arbeitsalltag integriert und die therapeutischen Ergebnisse vverden als sehr gut bewertet.

Markus Oberholzer liebt, was er tut. Das wird jedem, der ihm begegnet, sofort klar. Diese Begeisterung trägt er nicht alleine, sondern sein gesamtes Führungsteam ist davon angesteckt. Sein Credo «Ich will keine Fabrikware liefern, sondern Essen» ist jeden Tag erneut erlebbar, sei es bei den Mahlzeiten ohne Schnickschnack in der Economy Class oder bei den Drei-Gang-Menüs für Business-Class-Reisende.