2008/02 Fondtrends

02 - 2008

Fond Trends

Februar 2008 - PDF Version

«Nigerias Wirtschaft wächst rasant.»

Interview mit Markus Oberholzer, CEO und Verwaltungsratspräsident der First Catering Produktion AG, einem Dienstleistungsunternehmen im Bereich Airline-Catering mit zwei Standorten in Nigeria.

Anlagetrends: Herr Oberholzer, die First Catering AG ist neben der Schweiz vorwiegend in Afrika tätig. Welche Bedeutung haben dabei die Produktionsstätten in Lagos und Abuja (Nigeria)?

Markus Oberholzer: Wir sind bereits seit neun Jahren in Afrika vertreten und bieten u. a. in Ghana und Südafrika massgeschneiderte Catering-Konzepte für nationale und internationale Fluggesellschaften an. Im Interesse der strategischen Ausrichtung der Gruppe ist die Präsenz in Lagos und Abuja, der Hauptstadt des Landes, für unsere Entwicklung sehr wichtig.

Wo sehen Sie die spezifi schen Vorteile der Präsenz in Nigeria?

Nigerias Wirtschaft wächst rasant. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt steht zudem ein Pool mit zunehmend qualifi - zierten Arbeitskräften zur Verfügung. Wir arbeiten hier mit 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem top ausgebildeten Kader. Immer mehr Führungskräfte haben ihr Fachwissen mittlerweile in den USA oder in Europa erworben. Zudem liegt Nigeria nur gerade sechs Flugstunden von Zürich entfernt. Es gibt keine Zeitverschiebung und mit Englisch als Amtssprache ist auch die Verständigung problemlos.

Wie haben sich die zwei Niederlassungen entwickelt?

Wir waren vor drei Jahren die erste internationale Catering-Company in Nigeria. Trotz der komplexen staatlichen Administration und eines hohen Personalaufwands war und ist die Zusammenarbeit mit den Behörden und Partnern vor Ort sehr konstruktiv. Wir haben eigene Gebäude gebaut, grosses Interesse geweckt und Ansehen bei den nationalen und internationalen Airlines gewinnen können. Diese Erfolge spiegeln sich in unseren Wachstumszahlen entsprechend wider.

Wie viel Prozent des Unternehmensumsatzes werden hier generiert?

Im ersten Jahr betrug der Anteil noch 5 %. 2005 konnte er aber schon verdoppelt werden. Für 2007 und das laufende Jahr rechnen wir mit 14 %. Wir arbeiten hier sieben Tage pro Woche rund um die Uhr. Der Bedarf an qualitativ hochwertigen Speisen im Rahmen einer fl exiblen und spezialisierten Menüplanung an Bord hat enorm zugenommen und ist weiterhin im Wachstum begriffen. Bereits heute stossen wir an unsere Kapazitätsgrenzen und planen entsprechende Erweiterungen.

Welche Chancen sehen Sie in Nigeria und für die beiden Standorte?

Die in den letzten Jahren eingeleiteten Reformen zeigen erste positive Resultate, und Nigeria gehört heute zu den am stärksten wachsenden Ländern weltweit. Auch zukünftig sehen wir ein enormes Entwicklungspotenzial, das insbesondere auf den grossen Öl- und Gasreserven basiert. Nach den Plänen der Regierung sollen die hohen Zusatzeinnahmen vor allem in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Der Flugverkehr wird weiterhin zunehmen, sodass wir die beiden Produktionsstätten ausbauen werden.

Lagos ist mit durchschnittlich 10’000 zubereiteten Mahlzeiten pro Tag der grösste Standort. Welche Entwicklung ist hier speziell zu erwarten?

Kurz- bis mittelfristig wird Lagos zum Hub ausgebaut werden. Der Flugverkehr wird sich massiv erhöhen, denn die Bevölkerung nimmt zu, sie wird immer mobiler und das Wirtschaftswachstum wird – wie in der Presse zunehmend prognostiziert – weiterhin exponentiell ansteigen.

Was sollte man bei Direktinvestitionen in Nigeria berücksichtigen?

Im momentanen Umfeld sind kurz- und mittelfristige Investitionen sehr sinnvoll. Wir haben bereits frühzeitig begonnen, mit geeigneten lokalen Partnern zusammenzuarbeiten. Das funktioniert gut.